Von Jägern & Gejagten…

Im Allgemeinen und manchmal auch im Besonderen, bin ich ein Einzelgänger…

Nicht die Art von Einzelgänger, die allein sind, weil sie allein sein müssen, sondern eher einer jener Solisten die lieber einsam & frei sind, als gebunden & den täglichen Ritualen unterworfen…

Hin und wieder jedoch, gibt es Menschen die sich von der grauen Einheitsmasse abheben & mir das Gefühl geben Freiheit bedeute nicht automatisch den Verzicht auf gewisse Vorzüge menschlicher Nähe. Wobei ich nicht die Körperlichkeiten meine, die eine Beziehung mit sich bringt. Viel eher all die schönen Emotionen, die Menschen füreinander empfinden können – nennen wir es Liebe, auch wenn das Wort an sich dem Gefühl das ich meine, nicht würdig ist…

Eine Frau, die all das verkörperte traf ich vor einigen Wochen.

Sie war perfekt. Jung, schön & voller Träume.

Ich wusste sofort, dass sie die perfekte Partnerin für mich wäre & versuchte ihr Herz zu erobern. Was dabei heraus kam, war die Erkenntnis, dass sie nur noch für ein paar Wochen in Deutschland sein wird und danach in ihre Heimat zurück kehren wird. Leider kam die Einsicht, dass sie nicht an etwas Festem interessiert ist, viel zu spät.

“Ich möchte keine gebrochenen Herzen hinterlassen” sagte sie & ich tat so, als hätte ich mein Herz nicht schon längst in einer Waagschale zu ihren Füßen aufgebahrt…

Statt der Traumfrau, die ich zu bekommen hoffte, bekam ich eine Romanze die mehr von mir einforderte, als mir gut tat. Warum ich mich darauf einließ? Weil Leidenschaft nunmal auch Leiden bedeuten kann. Ich bin kein Masochist, aber ich bin dumm genug um zu glauben, dass man aus Liebe auch hinnehmen muss, dass die Liebe nicht erwidert wird. So weh es auch tut, man macht das Beste daraus.

So kamen wir uns näher. Jeder Abend den ich mit ihr verbrachte, wurde schöner als der zuvor. So wurde aus einem OneNightStand schnell eine halbe Woche. Ich versuchte zu verdrängen, das ich sie am Tag ihrer Abreise das letzte Mal sehen werde & merkte überhaupt nicht, dass wir beide begannen fast alle “Affären-Verhaltenregeln” zu brechen…

Plötzlich gab es ein “wir” , Eifersucht, tiefsinnige Gespräche & Zärtlichkeiten die nichts mehr mit Paarungsverhalten zu tun haben.

Wobei, “plötzlich” ist nicht wahr…

Ich habe wohl nur etwas länger gebraucht um zu verstehen, dass sie am selben Tag ihr Herz neben meines gelegt hatte – in jene Waagschale…

Nun stehe ich hier, ganz allein am Bahnsteig, und kann gar nicht glauben, dass sie entgültig abgereist ist und in ihre eigene Welt zurück kehrt. Ganze 720km weiter südlich wird sie wieder ihr eigenes Leben antreten. Da hat sie einen geregelten Tagesablauf, Familie, ihren Job, das Studium und ihre Partnerin.

Ich jedoch bin nicht mehr als ein einsamer Wolf, streife nun wieder allein durch die Welt und warte darauf, dass sie irgendwann zurück kehrt…

Das Schälchen mit mit der wertvollen Opfergabe trage ich derweilen bei mir. Das Herz das darin liegt, stammt zwar nicht aus meiner Brust, aber ich habe geschworen gut darauf aufzupassen, währende das was zu mir gehört, auf reisen geht & der Frau die ich Liebe Kraft gibt, Entscheidungen zu treffen…

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